Berlin – schläfst du noch oder 3D-Druck(st) du schon?

Sucht man nach den neuesten Trends, den coolsten Styles und der hippsten Stadt, dann kommt man an Berlin nicht vorbei. Ob dies tatsächlich so ist, haben wir analysiert.

Berlin wird gerade im Zusammenhang mit Trends und Start-Ups immer wieder erwähnt. Dies zeigt auch eine TagCloud, die Semcona aus dem Schnitt der Beiträge der zwei größten deutschen Gründerplattformen im Netz, deutsche-startups.de sowie gruenderszene.de, erstellt hat:

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Neben Wörtern, die klar zu einem der Hauptthemen eines Start-Ups – nämlich der Finanzierung – gehören, tritt Berlin deutlich aus der Wortwolke hervor. Zum einen mag dies daran liegen, dass Rocket Internet in der Hauptstadt seinen Hauptsitz hat. Andererseits zeigt die Social Media Analyse, dass Nutzer vermuten, dass Berlin als (Gründer-)Hauptstadt bundesweit hochgelobt wird und andere Städte, die ebenfalls attraktive Möglichkeiten für Jungunternehmer bieten, unter den Tisch fallen.

Um diese These zu überprüfen, wurde beispielhaft der 3D-Druck Markt betrachtet, welcher momentan stark im Kommen ist und bei dem vielfältige Anwendungsmöglichkeiten entstehen.

Eine Analyse des aktuellen monatlichen 3D Hubs Trendreports, die mit über 18.500 Druckern in über 150 Ländern der Welt zu den größten Communities in den Bereich zählt, kommt hier jedoch erst einmal zu einem überraschenden Ergebnis. Unter den 10 Top Print Cities sucht man verzweifelt nach Berlin oder einer anderen großen Stadt in Deutschland. Die Plätze zehn bis eins sind überwiegend durch us-amerikanische Metropolen wie San Francisco, Chicago, Boston oder Los Angeles besetzt oder durch andere europäische Metropolen wie Paris, London oder Mailand. Angeführt wird das Ranking durch New York, der Stadt, die niemals schläft. Verschläft Berlin also gerade den Trend im 3D Druck? Wo liegen die Gründe für das Fehlen Berlins im Top-Ranking?

Die Liste der Hubs in Berlin ist bislang überschaubar in Vergleich zu den Top Print Cities. Wenn gleich sich die gelisteten Anbieter mit ihren Druckern im internationalen Vergleich nicht verstecken brauchen. Überwiegend hat man hier die Möglichkeit auf sogenannten Desktop Druckern seine Drucke in Auftrag zu geben. Die gelisteten Hubs greifen dabei vorrangig auf die am Markt etablierten Druckermodelle zurück. Vereinzelt finden sich hier jedoch aber auch Anbieter die den Zugang zu qualitativ hochwertigen Industriedruckern wie den Objet Eden 260 ermöglichen, welcher die Liste der Top Industriedrucker anführt.

Trotzdem die 3D Druck Technik in Berlin vorhanden ist, muss sich der Frage gestellt werden warum die 3D Druck Szene nicht über Berlin spricht? Oder spricht man nicht in der Szene? Wo sind all die Coworking Spaces, Fab Labs, Hubs und Printshows? Wo trifft sich die Szene und wo bzw. wer redet darüber? Um dies zu ergründen hat Semcona zusammen mit dem 3D Druck Dienstleister MMM GmbH, eine Kurzanalyse zum Thema „3D Druck in Berlin“ durchgeführt. Die Ergebnisse sind erschreckend. Seit dem 1. Januar konnten weniger als 40 nutzergenerierte Beiträge zu diesem Thema finden. Die Hauptthemen waren dabei:

Dies bestätigt damit die Ergebnisse des 3D Hubs Trendreports. Die Technik ist zwar vorhanden, doch man spricht noch zu wenig über Berlin im Zusammenhang mit 3D-Druck. Daraus ergeben sich natürlich viele weitere Fragen und neue Analysemöglichkeiten. Welche Bedeutung hat der 3D-Druck für Berlin als Start-Up Hauptstadt Europas. Nutzen die 3D Druck Anbieter Social Media überhaupt für sich oder ist für diese Branche Social Media nicht relevant? Semcona wird das Thema gemeinsam mit der MMM GmbH weiter im Auge behalten. Das Berlin langsam aus dem 3D-Druck Tiefschlaf erwacht, ist angesichts der gestiegenen politischen und wirtschaftlichen Aufmerksamkeit der letzten Monate ohne Frage. So war der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller, bei der Eröffnung des Future Labs durch Ottobock im Herzen Berlins anwesend und sprach zuletzt bei der Gründerpreisverleihung der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), der Investitionsbank Berlin (IBB) und der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (BPW). Hier wurde unter anderem das Geschäftskonzept HumanX der MMM GmbH mit dem 2. Platz prämiert, bei welchen 3D-gedruckte anatomische Trainingsmodelle und Trainingssimulatoren für die medizinischen Lehre und Forschung zur gefertigt werden.

Kontakt zum Autor Stephan Zeidler HIER!

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