Bye Bye Lebenslauf! Münchner Startup revolutioniert die Arbeitswelt

Nach Abschluss des Bachelors in Film und Fernsehen beschloss Stefanie Feder, einen Master in „Personalmanagement und Kompetenzentwicklung mit neuen Medien“ draufzusetzen. Hierfür entschied sie sich vor rund dreieinhalb Jahren für ein berufsbegleitendes Fernstudium an der Donau Universität Krems, um nebenbei weiter als Konzeptionistin bei einer kleinen Mediaagentur arbeiten zu können. Bei den ersten virtuellen Gruppenarbeiten lernte sie Miriam Schifferdecker kennen, welche das Studium von Darmstadt aus absolvierte. Obwohl sich die beiden anderthalb Jahre lang nicht sahen, bewältigten sie via Telefon oder Skype alle Aufgaben gemeinsam. Im Januar 2014 stand für die beiden Studentinnen fest, dass sie nach dem Studium zusammen eine Beratungsfirma gründen wollten. Wie das Leben so spielt kam natürlich alles anders als geplant..

Die Gründerinnen Miriam Schifferdecker & Stefanie Feder

Die Gründerinnen Miriam Schifferdecker & Stefanie Feder

Steffi suchte nach neuen Herausforderungen und wollte 2014 den Job wechseln. Da sich ihre damalige Agentur mit spielerischen e-Learning beschäftigte, wollte sie weiterhin im „Game-based“ Bereich bleiben. Unzählige Bewerbungen wurden geschrieben, jede individuell auf das einzelne Unternehmen zugeschnitten. In kreativen Branchen ist es besonders wichtig, bereits abgeschlossene Projekte als eine Art Portfolio beizulegen. „Ich habe jedes mal aufs Neue passende Projektpräsentationen beigefügt“, erklärt die 27-Jährige, „das war ein immenser Aufwand, schließlich hatte ich in der alten Agentur und auch privat einen Haufen Projekte fertiggestellt. Irgendwann dachte ich nur noch: Das kann es doch nicht sein, dass es sowas nicht online gibt!“

Aus dieser Problematik heraus entstand die Idee für projectroom.de. Projectroom ist sozusagen ein Add-On für den Lebenslauf (der heutzutage ja sowieso völlig veraltet und absolut nicht mehr aussagekräftig genug ist). Auf der Plattform kann ein Profil angelegt werden, in dem man seine Projekte einstellen kann. Geordnet wird nach Kompetenzen, Projekten und persönlichen Erfahrungen – Infos, welcher für das gemeinsame Arbeiten ausschlaggebender sind als Jobtitel oder frühere Arbeitgeber.

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Drei Monate verwendeten Steffi und Miriam für die Ausarbeitung des Konzepts, um sich mit diesem anschließend auf Investorensuche zu begeben. „Die vielen Gründerveranstaltungen und Pitches wurden irgendwann ein bisschen zäh“, erzählt Steffi. Mit den erlernten Fähigkeiten aus ihrem Grundstudium produzierte Steffi einen witzigen Film, der projectroom.de erklärte. Ein befreundeter Unternehmer lud sie schließlich ein, ihm die Idee persönlich vorzustellen. „Beim zweiten Treffen brachte er bereits Vorschläge mit „Wir könnten..“, er baute bereits eigene Ideen auf die unsere auf“, erzählt die gebürtige Münchnerin begeistert, „und er gab mir einige Aufgaben, die ich bis zu unserem Treffen immer bewerkstelligen musste.“ Mit einem kleinen zur Verfügung gestellten Startkapital und einem großen Erfahrungsschatz stieg der Unternehmer schlussendlich in das Startup mit ein, aber er ist „mehr Business Angel als Investor“ und ein großartiger Mentor.

Zusätzlich zum Startkapital kam noch das Preisgeld, welches Projectroom für den 2. Platz bei der Gründergarage 2014 gewonnen hatte. Beides zusammen war genug, um die ersten Basics der Plattform programmieren zu lassen, welche seit August 2015 online ist,. Seit dem Launch der Beta-Version  werden es täglich mehr User und bereits 15 Unternehmen nutzen Projectroom für Rekruitingzwecke und Jobaausschreibungen.

Wie so oft findet sich auch hier das Henne-Ei-Problem: Ohne User keine Unternehmen, ohne Unternehmen keine User. „Wir wollen den klassischen Lebenslauf ablösen“, sagt Stefanie, „die Chefs sollen nicht mehr auf Facebook nach Privatem suche müssen. Persönliche Kompetenzen, wie wenn zb jemand gut mit Kindern umgehen kann weil er Jugend Fußballtrainer ist, sind manchmal aussagekräftiger als die Anzahl der Jahre in einer guten Firma.“ projecroom bietet eine Vorschau auf das Bewerberprofil. Der User kann frei entscheiden, welche Projekte, Kompetenzen oder sogar das Profilfoto gezeigt werden sollen. Der Name allerdings erscheint erst, wenn das Unternehmen den Bewerber freischaltet.

Dieser Vorgang ist ab Januar 2016 kostenpflichtig und ist Teil des dann beginnenden Zahlungsmodells von projectroom.

Projectroom

„Wir möchten, dass unsere Nutzer sich aktiv miteinbringen und unsere Verbesserungen anhand ihres Feedbacks vornehmen“, erklärt Stefanie. Der aktuelle Wandel in der Arbeitswelt wird am besten von jenen beschrieben, die ihn live erleben -und das sind die ersten projectroom Nutzer.

Steffis Idee hat sich dank ihrem unternehmerischen Denken und dem Mut, etwas zu wagen, zu einem innovative Geschäftsmodell entwickelt und soll -sofern alles nach Plan läuft- den klassischen Lebenslauf bald ablösen. Die Stauzeitung wird das Startup weiterhin im Auge behalten..

Finde einen Job, der dir wirklich Spaß macht & du musst nie wieder arbeiten

Ob es sich gelohnt hat zu gründen? „Auf jeden Fall!“, betont Steffi, „es ist wunderschön zu sehen, wie aus meiner Idee unsere Idee wurde.“ Mit ihrem mittlerweile 10-köpfigen Team verbessert sie die Seite stetig, und wöchentlich gibt es neue Updates.. „Finde einen Job, der dir wirklich Spaß macht & du musst nie wieder arbeiten“ ist das Motto des jungen Startups. Steffi, Miriam und ihr Team setzen dieses Motto Tag für Tag erfolgreich um und könnten so schon bald die Arbeitswelt revolutionieren.

Weitere Infos unter:

www.projectroom.de

www.facebook.com/projectroom.de

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