Die größten Supermärkte Deutschlands zum Thema Verpackungsmüll

„Welche Bedeutung spielt die Reduzierung von Verpackungsmüll für die Top 30 der deutschen Supermärkte?“

Supermarktregal

In den letzten Wochen haben wir euch verpackungslose Startups vorgestellt, die dem Plastikmüll den Kampf ansagen. Doch wie sieht es bei den großen „klassischen“ Supermärkten aus? Welche Bemühungen gibt es hier – und sind ähnliche Konzepte auch auf dieser großen Ebene umsetzbar? In einer anonymen Befragung mit einzelnen Vertretern der 30 größten Lebensmittel-Einzelhändler gingen wir diesen Fragen auf den Grund:

Deutschlandweit verpackungslos Einkaufen?

Mit dem Konzept „verpackungslos Einkaufen“ sind alle Teilnehmer bereits vertraut. Hierbei werden beispielsweise viele Produkte in Gläsern zum Selbstabfüllen (Gravity Bins) angeboten. Für die großen Supermärkte kommt dies jedoch aktuell nicht in Frage. Das wird einerseits mit teilweise schlechterer Haltbarkeit und andererseits mit der möglicherweise fehlenden Toleranz der Kunden für diese ggf. zeitaufwändigere Methode begründet. Gleichzeitig sehen sie allerdings die Chance, es für einzelne bestimmte Lebensmittel zumindest zusätzlich anzubieten und evtl. in einer Testphase in einzelnen Pilotmärkten einmal auszuprobieren.

Was machen die Supermärkte bereits?

Doch gibt es andere Konzepte? Bei allen Teilnehmern wird bereits teilweise mit biologisch abbaubaren Folien z.B. für Obst und Gemüse gearbeitet. Noch wichtiger ist für die Supermärkte jedoch, den gesamten CO2-Fußabdruck möglichst gering zu halten, also neben Verpackung auch Herstellungsmittel und Transport zu betrachten. Gerade hierbei ist das Ziel jedoch nicht die Verpackung zu reduzieren, da diese in vielen Fällen auch helfen kann, den Verderb zu reduzieren (Studie ECR 2015). Der zusätzliche Verpackungsaufwand wäre „minimal im Vergleich zum CO2-Ausstoß, Energie- und Wasserverbrauch, wenn die Produkte [sonst früher] verderben“. Komplett auf Verpackung verzichten ist also auch keine Lösung?

Werden neue Verpackungskonzepte in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen?

Ja – darüber sind sich alle Befragten einig. Auch wenn verpackungsfreie Supermärkte flächendeckend nicht umsetzbar sind, wird weiter an umweltfreundlichen Verpackungen geforscht. Während beispielsweise herkömmliche Tragetaschen erst in bis zu 450 Jahren zersetzt sein werden und zum Großteil aus Erdöl bestehen, gibt es beispielsweise Bio-Plastiktüten aus Maisstärke, bei denen der Zersetzungsprozess nur etwa 3 Jahre dauert. Die deutschen Supermärkte gaben an, viel bis sehr viel Wert auf umweltfreundliche Verpackungen zu legen und können sich vorstellen, in Zukunft umweltfreundliche Verpackungen zu bevorzugen. Hier könnte also nach und nach ein Umschwung bei den Herstellern herbeigeführt werden.

Insgesamt gibt es also viele Aspekte zu beachten und Plastik wird, aufgrund einiger nachweislicher Vorteile, auf absehbarer Zeit definitiv nicht aus den Supermärkten verschwinden. Dennoch kann ein Umdenken für umweltfreundlichere Verpackungen im großen Rahmen angestoßen werden.

Weiterführende Links: hier gelangen Sie zu den Befragungen der Startups und die der Kunden – auf diese Weise kann das Thema von allen Seiten beleuchtet werden.

1 Comment
  1. […] Falls ihr euch fragt, ob derartige Konzepte nicht auch auf größerer Ebene der „klassischen“ Supermärkte funktionieren können oder über welche Ansätze für umweltfreundliche Verpackungen hier nachgedacht wird, empfehlen wir „Die größten Supermärkte Deutschlands zum Thema Verpackungsmüll“. […]

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