JinGER: Ein weiterer Schritt in Richtung Industrie 4.0

Um den immer stärker werdenden Fach-und Führungskräftemangel in Deutschland auszugleichen, stellen viele Firmen Fachkräfte aus dem Ausland ein. So auch Christopher Hähner, der nach 16 Jahren beim Pharmakonzern Bayer Lust auf Neues hatte und sein eigenes Unternehmen gründete. Urban Surfers hilft dem deutschen Mittelstand, sich strategisch gegen die Innovationen aus dem Silikon Valley zu wappnen. Christophers Wunsch war es, ein internationales Team hinter sich zu haben. Hierfür rekrutierte er immer wieder aus dem Ausland und musste feststellen, dass die deutsche Bürokratie für viele Bewerber sehr abschreckend ist.

Im Schnitt brauchte Christopher 2-3 Tage, um die neuen Fachkräfte einzulernen und in die deutschen Gepflogenheiten einzuweihen. Hundesteuer, Mülltrennung, unnötiger Papierkram -manche Dinge gibt es nur in Good Old Germany. „Es waren immer die gleichen Fragen“, erzählt der Berater für digitale Strategien, „also habe ich sie irgendwann alle gesammelt und zu einer App zusammengefasst“. Die Programmierer waren bei Urban Surfers bereits vorhanden, und an Content mangelte es dank jahrelanger Erfahrung nicht. Herausgekommen ist „JinGER -your compass for Germany“.

Das internationale Team von JinGER; in der Mitte links: Christopher Hähne

Das internationale Team von JinGER; in der Mitte links: Christopher Hähner

Zunächst nur für die eigenen Mitarbeiter gedacht, entwickelte sich durch Mundpropaganda ein nicht aufzuhaltendes Lauffeuer: „Plötzlich drängten von überall Leute, die App für jedermann zugänglich zu machen“, so Christopher. Der gebürtige Kölner und sein Team zögerten anfangs, gaben schließlich aber nach. Mit Erfolg: Mitte April online gegangen, wurde die App bereits in über 50 Ländern 25 000 Mal gedownloadet . Am darauffolgendem Montag wurde JinGer (Jobs in Germany) von der Wirtschaftswoche zum Startup der Woche gekürt -dank Christophers ausgezeichneter Networkingfähigkeiten im Kölner Karneval.

JinGer ist revolutionär und weltweit die erste App ihrer Art. Die meisten Seiten mit Jobs, Praktika und Tipps für Ausländer, die in Deutschland arbeiten wollen, sind auf deutsch und viele auch nicht auf dem neusten Stand. Wer „Jobs in Germany“ googelt, erhält ein unübersichtliches Durcheinander von über 500 Millionen Treffern. Eine einheitliche, englische und täglich aktualisierte Seite sucht man vergebens. Manchmal eher peinlich sind die Tipps, wie man sich in Deutschland zu verhalten hat. „Wir wollen die deutsche Kultur auch mit einem Augenzwinkern erklären“, erklärt Christopher, „Dinge, die für uns selbstverständlich sind, sind es in anderen Ländern nämlich oft nicht.“ Die App beinhaltet auch (natürlich legeale) Tipps und Tricks. Wo finde ich welches Formular? Wie spare ich mir lästige Wartezeiten auf Ämtern?

Die APP

Die APP

Seit Launch läuft die Weiterentwicklung pausenlos. Für die Nutzer soll die App kostenlos bleiben, viele Firmen sind im Gespräch, um einige Bereiche zu unterstützen. Mittlerweile fragen auch einige Länder konkret an, ob sie nicht auch eine eigene Version bekommen könnten. Obwohl von EuroNews in die Top10 der most influencing Apps gewählt, tingelt JinGER momentan noch so ein bisschen durch den Startup Dschungel. Die immer größere werdende Präsenz der Thematik „Fach- und Führungskräftemangel“ lässt sich in ganz Deutschland beobachten, momentan zieht Christopher durchs Land, sammelt Unterstützer, Meinungen & regt Diskussionen an. „Eine Art Roadshow“, sagt er und lacht.

JinGER: Jobs in Germany

JinGER: Jobs in Germany

Im Hinblick auf Industrie 4.0 könnte JinGER eine tragende Säule werden, denn eine weltweite Vernetzung setzt auch eine funktionierende Interaktion der Kulturen vorraus. Die App entwickelte sich genau aus dieser Problematik, die damit zwar deutlich verbessert, aber noch lange nicht aus der Welt geschafft ist. Erst wenn alle beteiligten Personen und Institutionen wie Zahnräder flüssig ineinander greifen, kann eine optimale und erfolgreiche Industrie 4.0 erreicht werden -und damit der Sprung in ein neues Zeitalter.

Für alle Interessierten: Christopher Hähner kann man übrigens am 6. August live als Speaker auf der GamesCon erleben! Thema: „Globalize me! Wie Fachkräfte in internationalen Teams neu arbeiten“

Weitere Infos unter: www.jinger.de

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